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der Deininger Haufen-2

Weil die allgemeine Unzufriedenheit anhielt, kam es im März 1525 zu ersten Aufständen. Sie begannen im Schwarzwald und breiteten sich rasch um den Bodensee und bis über die Donau hinauf aus. Im gleichen Monat erreichten sie auch die Grafschaft Oettingen. Dies Aufständischen, deren Anzahl mit etwa 1500 beziffert wurde, sammelten sich bei Deiningen.

Von hier gingen nun die Sendschreiben auf das Härtsfeld und ins Ries hinaus, um die Bauern für die allgemeine Erhebung zu gewinnen. Die Briefe enthielten die Aufforderung, »sich von Stund an in das Lager zu verfügen und auch von andern merklichen Beschwerden gemeiner Bauernschaft handeln zu helfen«. Die Schreiben hatten Erfolg, nicht zuletzt, weil sie mit der Drohung verbunden waren, »man würde sie dermaßen heimsuchen, daß sie wollten, sie wären selbst guts Willens gekommen«.

Noch rigoroser nahm sich das folgende Verfahren aus. »Sy schlugen ainem ain Pfal für sin Haus und trontend (= drohten) inen darbay, wan sie nit mit inen ziehend, und darüber für den Pfal, so für das Haus geschlagen was, umgienge, so solt in der nächst, so im begegnete, erschlagen oder erstechen, und solt dem Thäter kain Schad darus volgen.«

Die Sendschreiben verfehlten ihre Wirkung nicht. Der Zulauf zu den Bauernhaufen hielt unvermindert an. Auf der Deininger Heide waren schließlich Tausende der Unzufriedenen versammelt. Wer ins Lager kam, wurde um­gehend »vergelübdet«, in eine Liste eingetragen und auf die bäuerliche »Bruderschaft« eingeschworen. Außerdem musste er wöchentlich einen halben Batzen (zwei Pfennige) zur Bestreitung der Unkosten abführen.

Den erhalten gebliebenenen Listen ist noch heute zu entnehmen, welche »Flecken, Dörfer und Weiler« dem Deininger Haufen angehört haben. Von den Ortschaften in unmittelbarer Nachbarschaft stellten die Gemeinden Enkingen, Holzkirchen und Rudelstetten je zwanzig Mann, Fessenheim 23, Appetshofen 30, Grosselfingen 35, Ederheim 40, Pfäfflingen 43, Löpsingen 60 und Deiningen 80.

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