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St. Martin-2

II. Die St.-Martin-Kirche war und blieb zunächst im Besitz des Königs. Sie wurde von ihm erbaut und war damit eine Eigenkirche, stand sie doch auf seinem Grund und Boden. Der Eigenkirchenherr setzte den Priester ein und musste aber auch für den Unterhalt der Kirche und des Gottesdienstes aufkommen.

Fulda mit seinem ausgedehnten Güterbesitz war in der Verwaltung auf Dauer überfordert und so gab es seine Rieser Besitzungen an die Herren des Riesgaues, an die Grafen von Oettingen zu Lehen. Um die Mitte oder in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde ein Oettinger Graf Ludwig II. vom Kloster Fulda mit Deiningen belehnt.

Als am 14. April 1395 der Abt von Fulda die Brüder Ludwig XI. und Graf Friedrich III. gemeinschaftlich mit Deiningen belehnte, erfolgte vermutlich schon im Jahre 1418 die Teilung des Ortes in zwei Hälften. Die Trennung des Dorfes, bei der die von Westen nach Osten durchziehende Hauptstraße die Grenzlinie war, hat sich in der Folgezeit erhalten und ist zu einer Dauereinrichtung geworden. Diese politische Teilung blieb bis zum Jahre 1731 bestehen, als die oettingisch-oettingische Linie ausstarb und ganz Deiningen wieder einem Landesherrn, den Grafen bzw. Fürsten von Oettingen-Wallerstein, untertänig wurde.

Die Ursache, dass Deiningen auch religiös gespalten wurde, hatte somit ihren wesentlichen Grund in der politischen Teilung. Dies führte dann zur Spaltung in eine katholische und in eine protestantische Hälfte, als Graf Martin von Wallerstein und sein Schwiegersohn Graf Friedrich, der ein Sohn des evangelisch gewordenen Grafen Ludwig XV. von Oettingen war, dem katholischen Glauben treu blieben. Folglich mussten nach Landesrecht auch die Untertanen katholisch bleiben.

Graf Ludwig XV. und sein Bruder Karl Wolfgang in Harburg folgten der neuen Lehre und ließen sie in ihren Landen verbreiten. Nun konnte auch der dem Grafen von Oettingen gehörende Ortsteil Deiningens den Protestantismus annehmen. Damit war die religiöse Teilung des Dorfes vollzogen. Die politische Scheidungslinie trennte nun auch die Konfessionen.

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