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II. Da sich die St.-Martins-Kirche wie erwähnt im katholischen Ortsteil Deiningens befand, konnten die evangelischen Christen über keine eigene Kirche verfügen, obwohl sie mit etwa drei Fünfteln die Mehrheit der Bevölkerung darstellten. Um diesen unhaltbaren Zustand zu beseitigen, wurden sie nach Klosterzimmem eingepfarrt, wo die Klosterkirche nach der endgültigen Säkularisierung des Zisterzienserinnenklosters 1559 der neuen Bestimmung als evangelische Pfarrkirche gewidmet wurde. Begraben wurden die protestantischen Deininger gemäß verbrieftem Recht weiterhin auf dem Friedhof des Ortes, Gottesdienste, Hochzeiten und Taufen hat man bisweilen im Deininger Schulhaus abgehalten.

Den evangelischen Christen in Deiningen fehlte ein dauerhafter und geregelter Gottesdienstort, und die Zuordnung zur Pfarrei Klosterzimmern konnte in Anbetracht der früher gegebenen Gleichberechtigung der beiden Ortsteile Deiningens kaum als gerecht angesehen werden. Nach längeren Auseinandersetzungen trafen die beiden gräflichen Häuser Oettingen-Oettingen und Oettingen-Wallerstein im Jahr 1616 ein Übereinkommen, in der katholischen Pfarrkirche St. Martin ein »Simultaneum« einzurichten, also der evangelischen Gemeinde die Mitnutzung unter paritätischer Beteiligung an den auf dem Gotteshaus liegenden Rechten und Pflichten zu gestatten.

Auch wenn die gemeinschaftliche Nutzung der Martinskirche nach und nach zur Routine geworden war, blieb doch der Wunsch der evangelischen Gemeinde nach einem eigenen Gottesdienstort bestehen. Im Jahr 1957 wurde ein neues Gemeindehaus beantragte, das den neuzeitlichen Vorstellungen von Gemeindeleben genügen sollte. 1958 beschloss eine Gemeindeversammlung den Bau der evangelischen Kirche. Die Erträge aus der Ablösung von Wertgegenständen aus der St.-Martins-Kirche und aus dem Verkauf des Pfarrhauses und eines Teils des landwirtschaftlichen Grundes der Kirchengemeinde bildeten dabei die Grundlage für den Bau der Erlöserkirche. Die feierliche Grundsteinlegung war im Oktober 1960. Sämtliche Baumaßnahmen konnten bereits Ende des Jahres 1961 abgeschlossen werden. Damit war nach 345 Jahren das Simultaneum beendet und die Deininger evangelische Gemeinde konnte ihre eigene Kirche beziehen.

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