INFOTHEK DEININGEN

GEOPARK RIES

Beispiel eines Bereichs-Blog-Layout (FAQ-Bereich)

erloser_3

ev_3III. Die Erlöserkirche verbindet moderne Einflüsse des Kirchenbaus der Nachkriegszeit mit einer traditionellen Auffassung vom Aufbau des Kirchenraumes. Die Aufteilung der Kirche in das Schiff mit Empore und den Chorraum entspricht dem Schema der klassischen evangelischen Emporenkirche, wie sie auch im Ries vielfach zu sehen ist. Das moderne Erscheinungsbild der Erlöserkirche liegt in der Schlichtheit ihrer Formensprache begründet. Die Außenansicht wird vor allem durch das tief heruntergezogene Dach und den über die Glockenstube heruntergezogenen Turmhelm geprägt. Diese beiden Elemente geben der Kirche ebenso etwas Bodenständiges wie auch die vollständig ebenerdige Anlage des Raumes, die auch besonders behindertenfreundlich ist. Im tieferen Sinn wird dadurch vor allem der Eindruck vermittelt, der gottesdienstliche Raum sei nicht dem Alltag entrückt und ohne künstliche Schwellen erreichbar. Die hohen, vorschwingenden Giebelfronten beherrschen den Gesamteindruck des Gebäudes; dennoch wirkt die Architektur durch die Linienführung lebendig und wird nicht als Block in der Landschaft empfunden.

Das Innere der Erlöserkirche ist geprägt von der sparsamen, aber gezielten Anwendung architektonischer Mittel: von der Fensterreihe, die an Gadenfenster der Romanik erinnert, von der großzügigen asymmetrischen Empore, vom Rundfenster im Westen und vor allem vom hölzernen Tonnengewölbe, das den Kirchenraum überspannt und zusammenzuhalten scheint. Der gemauerte Altar an der Ostwand bildet das Zentrum des Chorraums. An dieser Gestaltung zeigt sich das eher traditionelle theologische Konzept dieser Kirche; wenig später rücken in anderen neu erbauten Kirchen die Altäre unters Volk. Rechts des Altars befindet sich die in eine chorschrankenähnliche Teilmauer eingebundene Kanzel, deren Gestaltung sich bereits mehr einem Pult oder Ambo nähert und sich von der traditionellen Hochkanzel verabschiedet.

Die evangelische Gemeinde Deiningen ist eine sehr musikalische Gemeinde; gerade ihre Organisten haben über das Dorf hinaus einen guten Ruf. Daher entstand der Plan, die 1965 errichtete Orgel zu erweitern.  Im Frühjahr 2003 wurde die Orgel umgebaut.  Man fügte dem bisherigen Werk von 12 Registern sechs weitere hinzu und stellte drei vorhandene Register völlig neu zusammen. Somit sind neue Klangfarben möglich, und auf der Orgel kann Musik von der Barockzeit über die Romantik bis in die Moderne auf adäquate Weise zu Gehör gebracht werden.

<< zurück