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III. Das Fronleichnamsfest, jeweils am Donnerstag zehn Ta­ge nach Pfingsten gefeiert, gilt bei den Katholiken als einer der höchsten kirchlichen Feiertage. Der Leib Christi wird in feierlicher Prozession durch die Straßen getragen. Liebevoll wurden noch in den 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts die Wege mit Gras und Schilf bestreut und seit Menschengedenken beim Bäurle, beim Straußenbauer, beim Faußner, seit zwanzig Jahren beim Wolf, und beim Mielich Altäre vor dem Haus erstellt. Nach der Prozession begaben sich die männlichen Teilnehmer in eines der Wirts­häuser. Seit 1984 trifft man sich allgemein im Bierzelt im Pfarrgarten.

Die »Kirbe« beschließt das Bauernjahr. In Deiningen gab es seit der Reformation zwei Kirchengemeinden, aller­dings bis 1961 nur ein Gotteshaus für beide. Eine Kirchweih im Sinne der Wortbedeutung hätte deswegen gereicht. Tatsächlich feierten die Deininger jedoch vier Kirch­weihen! An Michaeli (29. September) hatte der Platzwirt Kirchweih; am ersten Sonntag im Oktober feierte man beim Schimmelwirt; am dritten Oktobersonntag lud der Goldenen Ochsen – und das bis heute! Am vierten Oktobersonntag beschloss man beim Rehklau die Kirbe-Saison. Heute richten Mitte September auch die Spielvereinigung Deiningen und die Hubertusschützen eine Kirchweih aus.

Am Sonntag besuchte Jung und Alt den Festgottesdienst. Vom Turm der Martinskirche wehte seit eh und je die Kirchenfahne. Mittags kamen Geschäftsleute und Stadtleute zum Essen. Die Dorfbewohner aßen übrigens fast ausschließlich zu Hause. Am Nachmittag um drei Uhr endlich begann auch für die Mädchen das Fest. Bis Mitternacht wurde getanzt, gesungen und gegessen. Die Kirbezech wurde früher erst etwa vierzehn Tage später beglichen und zu Martini bekam der Bursche von seinem Kirbemädle ein Geschenk.

Jeweils am erstem Sonntag im Oktober feiern auch die Deininger das Erntedankfest.  Am Samstagnachmittag wurden die Kirchen geschmückt.  Eine ansehnliche Erntekrone, gebunden aus nicht gedroschenem Weizen-, Roggen- (»Kora«), Gerste- und Haferstroh, ein Sack Kartoffeln, etliche Futterrüben und allerlei Obst und Gemüse vervollständigen heute den Schmuck.

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