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GEOPARK RIES

Vor 14,5 Millionen Jahren raste ein Asteroid mit einem Durchmesser von etwa 1.500 Metern auf die Erde zu. In nur wenigen Sekunden durchquerte der Himmelskörper bei einer Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Sekunde (72.000 km/h) die Erdatmosphäre.

Als Meteor, dessen scheinbare Helligkeit selbst die der Sonne übertraf, näherte er sich von Südwesten kommend beinahe ungebremst der Erdoberfläche und schlug hier ein:

Ja, Sie haben richtig gelesen: Genau hier, wo Sie jetzt stehen!

Sekundenbruchteile bevor der Himmelskörper die Erdoberfläche im Winkel von etwa 30° traf, wurde die zwischen dem Meteoriten und der Erdoberfläche befindliche Luft zusammengepresst und erhitzt, Erdboden, Sand und Geröll verdampften schlagartig und wurden zusammen mit der komprimierten Luft seitlich unter dem Meteoriten herausgedrückt. Der Auswurf erfolgte mit einer Geschwindigkeit, die jene des Meteoriten noch um ein Vielfaches übertraf.

Der Asteroid durchschlug das Deckgebirge aus Sedimentgesteinen und drang bis in eine Tiefe von etwa einem Kilometer in das Grundgebirge ein. Bei Drücken von einigen Millionen Bar und Temperaturen von bis zu 30.000 °C verdampften der Meteorit sowie das umgebende Gestein schlagartig nur Sekundenbruchteile nach dem Auftreffen. Bei der Explosion wurde ein Krater mit einem Durchmesser von 8 km und einer Tiefe von 4 km ausgesprengt.

Der entstandene Primärkrater war nicht stabil: Entlang seiner steilen Außenwände glitten teils Kilometer große Gesteinsschollen in Richtung des Zentrums und erweiterten den Durchmesser des Kraters auf rund 24 km: Das Ries war entstanden!

Dieser Impakt setzte ungeheure Energien frei: die berechneten oberen Werte entsprechen etwa der Energie von 1,8 Millionen gleichzeitig gezündeten Hiroshima-Bomben!

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