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GEOPARK RIES

Die Landwirtschaft von 1950 bis 2003

I. Die Entwicklung der Landwirtschaft in der Zeit von 1950 bis 2003 war geprägt von der Technik. In diesem Zeitraum wandelte sich die Landwirtschaft vom Selbstversorger zum Überschusslieferanten. Eine zeitgenössische Beschreibung unseres Dorfes:

"Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge beträgt zwischen 500 bis 600 mm, die Jahresdurchschnittswärme 8° C. Der Ort liegt 420 m über dem Meer. Die Oberflächengestalt ist durchwegs eben. Die Ackerböden sind ausnahmslos Diluvialböden (Lehm und Lehm-Löß), während die Wiesen in einer Flussniederung liegen (Alluvial) und mehrmals im Jahre, besonders im Winter und im Frühjahr, mitunter auch im Sommer, oft tagelang über-schwemmt sind. Die Gemeinde liegt sechs Kilometer von der Kreisstadt entfernt an einer Bahnstation. Da der Ort nicht flurbereinigt ist, leidet der Betrieb mit 30 Teilstücken stark unter der Parzellierung. Teilweise herrscht noch Flurzwang, sodass noch an der verbesserten Dreifelderwirtschaft (Winterung, Sommerung, Hackfrucht) festgehalten werden muss. So günstig die äußere Verkehrslage ist, so ungünstig gestaltet sich die innere. Infolge der weiten Entferungen werden die Kühe so sehr in Anspruch genommen, dass die Anschaffung eines leichten Schleppers angebracht erscheint. Im Wirtschaftsjahr 1951/52 wurde ein Reinertrag von 190,48 DM je Hektar erreicht. Die höchsten Einnahmen für den Hof brachte die Viehhaltung und hier vor allem die Schweinemast und die Geflügelhaltung."

Demnach gab es 1950 in Deiningen 158 landwirtschaftliche Betriebe mit einer Durchschnittsgröße von 8,26 ha je Betrieb, wobei zu berücksichtigen ist, dass die durchschnittliche Betriebsgröße durch die Betriebe im Ortsteil Klosterzimmern und in dem zur Gemeinde gehörenden Möderhof stark angehoben wurde. 17 Landwirte bewirtschafteten damals weniger als zwei Hektar, vierzig hatten eine Betriebsgröße von zwei bis fünf Hektar und der Hauptanteil von 97 Betrieben bewirtschaftete fünf bis zwanzig Hektar, während nur vier Betriebe mehr als zwanzig Hektar bewirtschafteten. Insgesamt nutzten diese 158 Betriebe 1.305 Hektar landwirtschaftliche Fläche. Bereits dreißig  Jahre später hat sich die Zahl der Betriebe fast halbiert und die Betriebsgröße fast verdoppelt. Im Jahr 2002 wirtschaften nur noch vierzig landwirtschaftliche Betriebe in Deiningen mit einer durchschnittlichen Größe von 19,65 Hektar.

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