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III. Die Reste eines Römerhofes (villa rustica) wurden im Flurstück »Untere Steinäcker« teilweise ausgegraben. Der Bau bestand aus drei großen Räumen, davon zwei heizbare Zimmer. Zwei weitere Räume waren nicht heizbar. Das gesamte Gebäude hatte eine Länge von 20,5 m und eine Breite von 10,5 m.

Die Römer haben der Landwirtschaft viele Impulse gegeben. Ihnen ist die dreijährige Anbauweise mit dem Wechsel von Winterfrucht, Sommerfrucht und Brache zu verdanken, die bis Mitte des 19. Jahrhunderts geltend war. Feld- und Viehwirtschaft sahen man als gleichbedeutend an, wobei man sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Verkauf produzierte.

Der ständig steigende Flächen- und Holzbedarf zwang letztlich dazu, im Ries und in seinen Randzonen wiederum stark zu roden. Somit kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass das heutige Gepräge der nahen Heimat, den Römern zu danken ist.

Als die Römer von den Alamannen um 259 n. Chr. verdrängt wurden, änderte sich vieles an den bisherigen Bau- und Siedlungsweisen. Es entwickelten sich die jetzt bereits vorhandene Siedlungen zu größeren Einheiten, was insbesondere für Deiningen zutrifft, das damals wie heute die größte dörfliche Gemarkung besaß.

Mitte des 8. Jahrhunderts stiegen die Franken zu den dominierenden Herrschaftsträgern auf. Sie legten großen Wert darauf, den Landbau zu fördern. Mehr und mehr wurde nun der Grundbesitz, der bisher dörfliches Allgemeingut war, zum Eigenbesitz.  Dies gilt gerade für das alte Königsgut Deiningen, das als erstes Dorf im Ries im Jahre 760 in das Licht der beurkundeten Geschichte trat und damals »Thininga« genannt wurde.

In der hierarchisch gegliederten Gesellschaft des Mittelalters (Adel, Kirche, Handwerk, Bauerntum) nahmen Bauern und erst recht Söldner (= Kleinbauern) den letzten Rangplatz ein. Das Leben der Bauern war bestimmt durch harte Arbeit, bescheidene Lebensverhältnisse und die Last der Abgaben und Dienste, aber auch durch die soziale Geborgenheit des Dorfes und gelegentliche Freuden und Feste.

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