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II. Auf Rüben- und Kartoffeläckern, aber auch an Wegrändern und den so genannten Ruderalstellen (z. B. Schuttplätzen) kann man mitunter schöne Exemplare des etwa 50 Zentimeter hohen Schwarzen Nachtschattens sehen. Die glockigen weißen Blüten mit den leuchtend-gelben, kegelförmig zusammenneigenden Staubgefäßen im Zentrum, erinnern an die Blüten der Kartoffel. Die beiden Pflanzen sind tatsächlich ganz nahe miteinander verwandt.

Auf dem Weg im Ackerfeld sind noch weitere interessante Pflanzen zu sehen, die sich offensichtlich inmitten der dominierenden Kulturpflanzen recht wohl fühlen. Da liegt nahezu ganz auf dem Boden die Vogelmiere, auch Hühnerdarm geheißen. Ihre weichen Triebe werden nämlich von Vögeln gern verzehrt und verschlingen sich beim Wachsen darmartig. Das Pflänzchen blüht von März bis November und hält gemeinsam mit dem Gänseblümchen den Rekord in der Blühlänge bei unseren einheimischen Pflanzen. Das Hirtentäschelkraut wiederum verdankt den Namen der Gestalt seiner Früchte. Etwas seltener ist das Acker-Hellerkraut, bei dessen Namensgebung ebenfalls die Früchte Pate standen. Die kreuzweise Anordnung der Kelch- und Blütenblätter zeigt die Zugehörigkeit zur Familie der Kreuzblütler. Zur gleichen Sippe gehören zwei Pflanzen, die früher einmal ganze Land­schaften im Frühsommer gelb färbten und heute in den Feldern sehr selten auftreten, sich an Wegränder, Schutt- und Abfallplätze sowie andere als »ruderal« bezeichnete, stickstoffreiche Stellen zurückgezogen haben, nämlich der Acker-Senf und der Acker-Rettich, auch Hederich genannt. Beide werden gern miteinander verwechselt, obwohl es sichere Unterscheidungsmerkmale gibt: Der »Senf« hat nämlich fast waagrecht abstehende Kelchblätter und blüht sattgelb, der »Rettich« dagegen blüht mehr hellgelb oder auch weiß und seine Kelchblätter stehen aufrecht.

Gelegentlich unterbrechen laute Hijä-Hijä-Rufe die wohltuende Stille über den Feldern. Meist ist es ein Mäusebussard. Er segelt laut rufend in weiten Kreisen mit seinen breiten Schwingen und dem gefächerten Schwanz majestätisch durch die Lüfte. Der Aufwind trägt den durchschnittlich ein Kilogramm schweren Körper. Der Mäusebussard ist unser größter Greifvogel und hat eine Flügelspannweite von etwa 125 Zentimetern. Feldmäuse sind seine Hauptnahrung. Er jagt sie gewöhnlich von einer erhöhten Warte aus.

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